REQUIEM

 
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Aktuell


Requiem-Werkstattgespräche 2016

Zeit: Donnerstag, 7. Juli 2016, 18.00 Uhr c.t.

 

Anett Ladegast M.A. (Berlin)

Pollaiuolos Bronzegrabmal für Papst Sixtus IV. della Rovere
und die produktive Kraft des Todes.

 

Mit insgesamt 17 allegorischen Darstellungen der Tugenden und der Freien Künste, die die majestätische Liegefigur umringen, weiß das Grabmonument für Papst Sixtus IV. della Rovere (reg. 1471-1484) nicht nur durch seinen Figurenreichtum aufzutrumpfen: Die aus Bronze gefertigte Tumba, die sich ursprünglich im Kanonikerchor von St. Peter befand, ist das einzige Freigrabmal eines Papstes in Rom und setzte neue Maßstäbe für die sepulkrale Prunkentfaltung des Oberhauptes der Christenheit. Es erinnert jedoch nicht nur an den verstorbenen Pontifex, sondern wurde gleichzeitig zur Bühne seines Auftraggebers, dem Papstnepoten und Kardinal Giuliano della Rovere, der hier seine eigenen Ambitionen zu Schau stellte. In dem Vortrag sollen die Eigenheiten des Grabmals, seine Einbettung in den räumlichen wie funktionalen Kontext, sowie seine Schlüsselrolle im größeren Rahmen der Erinnerungsstrategien der Della Rovere-Familie analysiert werden.

 

Ort: Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Georgenstr. 47, 10117 Berlin, R. 3.30


Requiem-Werkstattgespräche 2016

Zeit: Donnerstag, 28. April 2016, 18.00 Uhr s.t.

 

Prof. Dr. Arne Karsten (Wuppertal)

 

Bilder der Bewegung.

Kolberg 1807 und 1945, oder: Märchensehnsucht und Maschinenglaube im nationalsozialistischen Propagandafilm

Als Instrument zur Prägung des kulturellen Gedächtnisses steht das Grabmal paradigmatisch für die vormoderne Ständegesellschaft: statisch, familienbezogen, exklusiv. In mancherlei Hinsicht übernimmt in der Moderne der Film die Aufgabe, in den Köpfen jene handlungsleitenden Vergangenheitskonstruktionen zu etablieren, die ein zentrales Element gesellschaftlicher Kohäsion darstellen, und zwar: dynamisch, kollektiv, egalitär. Am Beispiel des unter der Regie von Veit Harlan in der Endphase des NS-Regimes gedrehten Propagandafilms “Kolberg” soll gezeigt werden, woher die Inszenierung eines historischen Ereignisses im Medium des Films ihre propagandistisch wirksame Suggestivkraft bezog. Dabei wird es darum gehen, eine spezifisch deutsche Vorstellung der Moderne zu rekonstruieren, in der sich die technikbegeisterte Visualisierung der modernen Massengesellschaft in eigentümlicher Weise mit dem Rückgriff auf religiöse und historische Mythenbilder verbindet.

 

Ort: Institut für Kunst- und Bildgeschichte,Georgenstr. 47, 10117 Berlin, R. 3.30


REQUIEM-Werkstattgespräche 2015

Samstag, 11.7.2015, 16.00 Uhr c.t.

Dr. Andreas Ströbl und Dr. Regina Ströbl:

Ruhe ohne Frieden? Neuzeitliche Grüfte zwischen Verfall und Rettung

 

 

Ort
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Georgenstraße 47, Raum 3.42
10117 BerlinStandort – Karte

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REQUIEM – Werkstattgespräche 2014

 

Donnerstag, 17. Juli 2014, 16 Uhr c.t.

Theda Jürjens M.A. (München):

Der Künstler und sein Grabmal – zum Nachleben von Künstlern in der Renaissance.

Die Grabmäler des venezianischen Bildhauers Alessandro Vittoria (1525-1608) sowie das des in Florenz tätigen Zeitgenossen Giambologna (1529-1608) dienen als Ausgangspunkt, die ‚Gattung‘ des Künstlergrabmals näher zu betrachten. Im Bezug auf die architektonische Gestaltung der Monumente lassen sich Fragen nach dem veränderten künstlerischen Selbstverständnis des Renaissancekünstlers stellen, sowie nach künstlerischen Idealen und Topoi, die oftmals als Bezugspunkte dienten, um dessen Leistung zu historisieren und entsprechen zu legitimieren.Darüber hinaus ist das Grabmal des Künstlers auch Ort des Paragone, und nicht selten scheiterte der Künstler als Erschaffer seines eigenen Grabmals an dem Anspruch, seine künstlerischer Exzellenz für die Nachwelt festzuhalten – gerade weil die Relationen von Leben und Werk des Verstorbenen sowie dessen Memoria in einem Werk zusammen gebracht werden sollten.
Ort
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Georgenstraße 47, Raum 3.16
10117 BerlinStandort – KarteWeitere Termine in Vorbereitung

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Freitag, 31. Januar 2014, 18 Uhr c.t.

Dr. Andrea-Martina Reichel (Berlin):

Mode für die Ewigkeit.
Eine Studie zur Kleiderrepräsentation sepulkraler Denkmäler

 

Auch wenn die kunstgeschichtliche Kostümforschung, nicht zuletzt mit fruchtbaren Beiträgen aus den Reihen  der REQUIEM-Forscher, in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht hat, so bleibt eine Ikonografie des Kostüms noch zu schreiben. Zu dieser möchte das Projekt „Mode für die Ewigkeit“ einen weiteren Beitrag leisten, zumal sepulkrale Denkmäler zwar der Kostümgeschichte als Bildquellen dienen, von kunstgeschichtlicher Seite aus jedoch noch nicht erschöpfend in ihrer Kleiderrepräsentation erforscht worden sind. Den Ausgangspunkt der Untersuchung werden dabei die protestantischen Bildnisepitaphien Berlin-Brandenburgs zwischen 1650-1750 bilden, in denen die Darstellung des Verstorbenen und damit auch das äußere Erscheinungsbild des Porträtierten zunehmend in den Vordergrund rückt. Wie zu zeigen sein wird, begegnen wir hier sehr unterschiedlichen und eigenwilligen Modellen kostümlicher Selbstinszenierung, die es im Kontext von künstlerischer Darstellungstradition und kleidungsgeschichtlicher Tragrealität, also zum Beispiel im Vergleich mit prämortalen Porträts der betreffenden Persönlichkeiten wie in Hinsicht auf die Bekleidung von Aufgebahrten und Eingesargten zu betrachten gilt.

Ort
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Georgenstraße 47, Raum 3.30
10117 Berlin

Standort – Karte

Weitere Termine in Vorbereitung